Freitag, 12. August 2016

Laufenten - erstes Fazit

Schnecken? Welche Schnecken. Hätt ich nicht gedacht aber die drei Krückstöcke wie sie von meiner besseren Hälfte liebevoll genannt werden haben es echt im Griff. Und das obwohl sich Dame Nr 1 schon nach zwei Wochen zum brüten zurück gezogen hat. Nr 2 folgte 10 Tage später.
Ja sie haben gebrütet, der Stall und der Garten haben ihnen offenbar zugesagt.
Hello World:

Der Stall ist bis auf eine Kleinigkeit super.
Die hintere Klappe ist zum reinigen schön groß, man kommt überall gut ran. Die Terasse ist perfekt. Am Anfang dachte ich Terasse? Sonst noch was? Aus mehreren Gründen kann ich das aber empfehlen.
1. Bei der Eingewöhnung an den Stall sollen sie die ersten Tage drin bleiben, da die Terasse von Anfang an zur Verfügung stand waren sie in dem Sinne nicht eingesperrt sondern haben auch gerne draußen gesessen, den Garten beschaut und sich die frische Luft um den Schnabel wehen lassen.
2. Brauchen die Enten Wasser, zum Trinken und zum Reinigen ihres Federkleides. Eine große Wasserschüssel auf der Terasse hat sich da angeboten und sie haben das Heu im Stall dadurch nicht durchweicht.

3. Versuchen sie den Stall sauber zu halten und kacken dann morgens wenn die Klappe noch zu ist auf die Terasse, die kann ich mit Wasser abspülen und schruppen.
Sollte noch mal ein Stall gebaut werden müssen würde ich den Boden zwischen Stall und Terasse teilen und die Bretter der Stallwand nicht auf der Bodenplatte aufsetzen sondern bis zum unteren Rand der Bodenplatte verlängern, so würde das Wasser welches aus der Wasserschüssel rausgespielt wird einfach abtropfen. Jetzt ist da leider ein Spalt durch die aufgesetzte Wand wo das Wasser drunter kriecht.
Es sind wirklich Laufenten, sie bewatscheln ( eigentlich rennen sie eher ) fast den ganzen Garten und Hof. Sie haben auch schon mal einen Ausflug zum Nachbargrundstück unternommen auf die Kuhweide wollten aber doch nicht mit der Kuh spielen und waren ganz schnell wieder zurück. Ein Zaun hält sie nur bedingt ab. Der muss sehr engmaschig sein, ich hab gelesen wo ein Entenkopf durchpasst passt auch der Körper durch und das stimmt tatsächlich und zweitens können sie wenn sie wollen auch 1,20m überflattern. Bei zu kleinem Auslauf kann ich mir gut vorstellen das sie die Vegetation schaffen. Dann brauch man sich allerdings wohl auch keine Gedanken um Schnecken machen. Hier berennen sie ungefähr 3000qm.
Zurück zum Brüten. Im Internet hab ich mehrere Dinge gelesen die bei mir nicht eingetroffen sind. Sie haben sehr gut auf ihrem Gelege gesessen und wenn sie einen Ausflug unternommen haben das Nest auch immer gut abgedeckt. Den Erpel haben wir nicht separiert, er hat bei den beiden Damen aber auch nicht viel zu sagen :-). Wir haben ehrlich gesagt nicht viel unternommen um den Bruterfolg zu erhöhen, wir hatten eher gehofft das die Internetinformationen stimmen. Der Stal ist schließlich für vier Enten gebaut und ich will nicht dieses Jahr noch anbauen müssen.
Die beiden Enten haben in dem gleichen Nest gebrütet, das war kein Problem. 10 Kücken haben geschafft zu schlüpfen und aus dem Nest zu krabbeln. Es gab mehrere Eier wo die Kücken entweder beim Schlüpfen verstarben oder platt gedrückt wurden. Das größere Problem waren die Nachzügler, da Nr2 fast 10 Tage später gestartet ist sind auch erst nach weiteren 10 Tagen ihre Kücken geschlüpft. Die Älteren sind zu dem Zeitpunkt allerdings sehr fit und können den Alttieren folgen die dann schon größere Runden rennen, die ganz Jungen kommen nicht hinterher. Die wurden dann auch nicht eingesammelt, wir sind ein paar Mal mit nem Frischling in der Hand der Herde hinterher. Einen zwei Tage alte Nachzügler hat uns eine unserer Katzen dann  ins Wohnzimmer gelegt. Ich glaube fest daran das er an Erschöpfung zugrunde gegangen ist und die Katze ihn uns bringen wollte damit wir ihn wiederbeleben ;-).
Kücken können noch ertrinken. Wir hatten zwar den eingebuddelten Teich am Rand mit Erde aufgefüllt so das sie da gut rein und rauslaufen konnten, allerdings mussten sie ja am ersten Tag auch gleich mit dem Erpel in die blaue Sandmuschel mit rein, als ich nach Hause kam war einer grad am Untergehen, den hab ich dann raugefischt und musste den erst mal wieder aufpeppeln, der war kurz vorm abkrepeln.

Nachdem ich dann letztens endlich den Stall sauber machen konnte und noch ganze 13 nicht ausgebrütete Eier und mehrere kaputte Eier rausgeräumt habe gab es am nächsten Morgen Stress zwischen den beiden Damen, sie haben sich um eine Wasserschüssel geprügelt. Leider waren da aber auch grad zwei Kücken drin. Einer verstarb an einem Genickbruch, den anderen haben sie untergestuckt mit ihrem rein und rausgespringe. Der lag wie tot in der Schüssel, den hab ich dann erst mal raugelegt und wollte ihn schon bestatten als ich sah das er noch ganz leicht atmet, also Handtuch, Handwärme, warme Atemluft...aktion, ich glaube das war wieder der vom ersten Mal.
Ganz langsam kam er wieder zu sich. Meine bessere Hälfte also Kiste mit Stroh und Wärmflasche bereit gemacht, Futter und Wasser reingestellt und Kiste in einem katzenfreien Zimmer abgestellt, denkste. Laut piepsen ist er dann aus der Kiste raus, mein Mann ihn zum Stall getragen, in Stallnähe ist er dann aus seiner Hand runter gesprungen und schnurstracks in den Stall gerannt. Da durften sie dann wiedermal einen Tag im Stall und auf der Terasse verbringen. Ein Nachzügler lag auch mal ein Tag später tot im Stall.
Da waren es nur noch sieben.
Inzwischen passen die Enten besser auf, soweit ich weiß ist das ihr erstes Gelege

Nach dem Baden wird ausgeruht, die Eltern nutzen die Zeit zum putzen und bleiben in der Nähe

Mit den Katzen gibt es an sich kein Problem, jedenfalls aus Entensicht, die kommen aus einem Haushalt mit Katzen, wissen was das ist und klären jegliche für sie ungewollte Situation und davon gibt es viele. Aus Katzensicht ist das Scheiße wenn man ganz gemütlich  durch den Garten stromert und auf einmal aus dem Gebüsch eine Ente auf einen losgeht. Und die fackeln auch nicht lang, sobald eine Armlänge Abstand unterschritten ist geht es los, auch wenn dieser Abstand zustande kommt weil sich die Enten auf die Katzen zu bewegt. Situation geklärt, weiter schnabeln.


Bislang haben wir also jetzt upgegradet von 3 auf 10 Enten, der Stall reicht für 4. Entweder abgeben, Essen oder Stall anbauen. Abgeben tu ich aber erst wenn sie ausgewachsen sind, man merkt doch das sie noch an ihren Eltern hängen, Wärme, Schutz, Anleitung, ne ne, 7 Tage alte Kücken vom Hühnermobil ist echt keine Option.


LG





Kommentare:

  1. ach wie niedlich, Danke für die vielen Fotos und die tolle Beschreibung. Ist fast als wäre ich dabei ♥
    sei lieb gegrüßt
    Anja

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  2. Hihi, so ein trockener und "naturnaher" Bericht, klasse!

    Liebe Grüße!

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