Freitag, 13. Januar 2017

Seife sieden - Haarseife

anstatt Shampoo nehme ich Seife speziell für die Haare, bislang vom Einseifer aber was ist schöner als selber siede. Es gibt ziemlich viele verschiedene Rezepte, die meisten sind mir zu kompliziert und was die Zutaten angeht zu speziell. Um Silikon muss ich mir bei Seife zum Glück keine Gedanken machen.
Die Öle und Fette haben in der Seife bestimmte Aufgaben bzw bestimmen die Eigenschaften einer Seife.
Was ich mir so erschlossen habe ist:

Olivenöl erzeugt kleinporigen Schaum und ist heilend und entzündungshemmend,
Kokosfett sorgt für feste Seife und großporigen Schaum entfettet die Haut allerdings stark,
Rizinusöl ist gut für die Haare und unterstützt den Schaum,
Sonnenblumenöl ist gut für die Haut und feuchtigkeitsspendend - macht die Seife allerdings weich und ranzt schneller
Distelöl ist hautpflegend und gut für Schampooseife, macht die Seife weich, neight zur Fleckenbildung bei langer Lagerung.

Daraus ergab sich für mich folgendes Rezept:
500g Olive
250g Kokos
95g Rizinusöl ( die 100ml Flasche aus der Apotheke gibt nur 95g )
50g Sonnenblume
110g Diestel
276g destilliertes Wasser und 5% überfettet.

Zum Thema überfetten. In den meisten Rezepten wird die Ölmenge auf 100% NaOH Sättigung berechnet, der Seifenleim angerührt und dann erst zum Schluss die 5 - 8% der bisher verrührten Gesamtfettmenge noch einmal zugegeben um die Seife zu überfetten. Zum einen ist man mit Überfettung auf der sichereren Seite das die gesamte Natronlauge auch verseift wird. Zum anderen ist dann in der Seife noch Öl übrig was die Haut beim waschen pflegt ( oder halt fettet ).
Da die Seife noch 4 Wochen lang rumliegt und in der Zeit die Natronlauge - Öl -Emulsion in Seife umgewandelt wird erschließt sich mir nicht so ganz der Sinn die Überfettung durch späteres hinzugeben von Öl zu erreichen.  Beziehungsweise wird angenommen das das Öl welches zum Schluss hinzugegeben wird eben nicht mehr verseift wird, der Verseifungsprozess wäre nach anrühren des Seifenleims abgeschlossen. Daher wird in vielen Rezepten für die Überfettung in der Form sehr teures ( hochwertiges ) Öl genommen in der Annahme das dieses Öl dann vollständig der Hautpflege erhalten beibt.
Da mir das nicht ganz nachvollziehbar erscheint mach ich mir das Leben einfacher. Ich berechne die entsprechende NaOH Menge für alle Öle/Fette die ich verwende und reduziere dann die NaOH Menge um 5 oder 8 Prozent ( NaOH-Menge * 0,95 oder 0,92). Abgesehen davon verwende ich in Seife auch (noch?) keine abgefahrenen Bestandteile wie Seide.


Die Haarseife jedenfalls ist toll geworden, schöner Schaum, leicht grünliche Farbe, noch etwas zu fettig die Haare brauchen wesentlich länger zum trocknen sind aber schön weich. Leider viel zu schnell alle.

LG





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen